Hang the DJ

Okay, den Rummel um die GEMA-Reform hat ja wohl jeder mitgekriegt. Riesenaufregung. Abzocke von Clubbetreibern, alle Diskos bald am Ende, Proteste, Shitstorm, Skandal. Kennste? Kennste. Aber nun wird es erst richtig lustig. In Bälde kommt da ein neuer GEMA-Tarif um die Ecke gegrätscht, der nicht die dicken, kohlescheffelnden Clubmanager, sondern den kleinen DJ von nebenan persönlich an die Kandare nimmt. Tarif VR-Ö heißt das Ding.

Worum geht’s? Um den Platten- oder CD-Koffer des DJs beziehungsweise sein Laptop. Bisher waren die Gebühren für kopierte Tonträger den Clubs mit in Rechnung gestellt worden, nun werden die MP3-Aufleger selbst zur Kasse gebeten – oder unter gewissen Umständen auch nicht. So richtig blickt man da ja spontan nicht durch. Die De:Bug hat sich die Mühe gemacht, das Ganze ausführlichst zu erklären und netterweise auch ein Schaubild zu malen, das den Wahnsinn bestens illustriert. Und wir lernen schnell: File ist nicht gleich File.

Also, Fallbeispiel eins: Du legst mit selbstgebrannten CDs auf? Pech, musste zahlen. Pro Track 0,13 Euro. Fallbeispiel zwei, und jetzt wird’s kompliziert: Du kaufst eine MP3, ganz legal, nehmen wir jetzt mal an, und lädst sie auf Deinen Rechner. Soweit ist alles safe. Aber sobald Du Dir zum Auflegen das File auf Dein Laptop oder einen Stick ziehst oder eine CD brennst, überschreitest Du die rote Linie. Die abgespielte Datei wird gebührenpflichtig. Ob da ein Aufseher an der Kanzel steht und mitschreibt oder ob ein fieser GEMA-Trojaner auf Deinem Notebook das automatisch erledigt und die fälligen Gebühren gleich abbucht – keine Ahnung. Vielleicht gibt es ja auch Hausbesuche à la GEZ durch Außendienstmitarbeiter.
Sicher ist nur: Das Ganze tritt am 1. April (sic!) in Kraft. Das heißt bei der folgenden Veranstaltung, die wir Euch jetzt schon wärmstens ans Herz legen, wird noch alles beim Alten sein:

So ist es an besagtem Abend GEMA-mäßig völlig egal, ob Kollege Double-L von seinen frisch codierten Beatport-MP3s die bald kostenpflichtige Sicherungskopie spielt oder vor lauter Verwirrung doch wieder seine Vinylscheiben auspackt. Die sind nämlich auch nach dem Stichtag völlig lizenzgebührenfrei.

Frühlingsbeats aus dem Basswerk

Neues von Enea, dem umtriebigen Drum&Bass-Produzenten und -DJ vom Bodensee. Einst Frontmann des Liveprojektes „Astral Travelling“ ist er heute als Plattenaufleger erfolgreich von Disko zu Disko unterwegs zwischen Konstanz, Schwarzwald und Sardinien. Im Gepäck hat er auch seine eigenen Vinylscheiben, die er unter anderem bei seinem Stammlabel Have A Break veröffentlicht.
Einmal mehr ist der Wahl-Freiburger nun auf dem Digital-Ableger des Kölner Basswerk-Labels („Basswerk Files“) mit ein paar Tracks vertreten. So teilt er sich die dritte Auflage der „Liquid Jazz“-Serie mit dem australischen Act ATP und läutet mit seinen smoothen Rollern standesgemäß den Frühling 2011 ein. Reinhören und kaufen kann man bei Beatport.

Mixtape: Double-L – Beat it! Vol. 2

Nach seinem letzten Streich hat Douala-DJ Double-L nun die zweite Folge seiner „Beat it!“ Mix-Serie an den Start gebracht. Herausgekommen ist ein weiterer wilder Kraut-und-Rüben-Mischmasch mit Zutaten von Hip Hop über Future Disco, House, Dubstep und Ragga bis zu, tatsächlich, Ace of Base. Außerdem grüßen kräftigt gemashuppt oder geremixed Aloe Blacc und INXS. Yeah! Los geht’s:

My Home is my Plattenschrank

Eine meiner Lieblingsrubriken im altehrwürdigen Groove Magazin ist das „Musikzimmer“: Ein Fotograf ist zu Gast bei mehr oder weniger recht bekannten DJs (die meist in superhohen, superaltbaumäßigen, supergroßstädtischen Wohnungen in London, Berlin oder Paris zuhause sind und dort selbstredend einen Haufen Platten, CDs und anderen Musikkram unterzubringen haben) und porträtiert den Platz, an dem Musik gemacht, gehört und archiviert wird.
Von schnieken Designerwohnungen über die klassische Studentenbude mit Fahrradparkplatz in der Wohnung und DJ-Setup Marke Eigenbau bis hin zum sympathisch-chaotischen Musiker-Saustall ist alles mit dabei. Gemeinsam haben viele meist nur das eine: das Expedit von Ikea, das Standardmöbel unter den Tonträgerregalen.
Ein Trend macht sich in Zeiten digitaler Revolution aber auch in den Musikzimmer-Fotoserien bemerkbar: es gibt immer  weniger Platten (nach dem Motto: „Die Sammlung steht im Keller des Elternhauses“) und immer mehr Macs zu sehen.

Eine schöne Galerie derartiger Bilder gibt es übrigens auf einer Musikzimmer-Facebook-Seite.
Edit: Leider wurden offenbar einige Promi-Buden von der Seite wieder entfernt. Egal, ein Blick in die Galerien lohnt sich trotzdem.

Und Dein Zimmer?
Nun interessiert uns natürlich brennend: Wie sieht es bei Euch zuhause aus, liebe Wohnzimmer-DJs, Bedroom-Produzenten und Musikfreaks. Schickt uns eure Bilder und ein paar Zeilen dazu, aber bitte vorher ein bisschen aufräumen:

Zukunftsmusik: Der Touchscreen DJ

Möglicherweise legen die DJs der nahen Zukunft ja nur noch mit ihrem iPhone, iPad oder sonstigen Spielzeugen auf. Doch das Ding hier kommt mit seinem Riesenglasdisplay samt Multitouch-Steuerung noch eine gehörige Spur nerdiger daher als ein schnödes Handtelefon und bringt definitiv das gewisse Raumschiff-Flair in die Disko. Oder zumindest in den Hobbykeller von Rodrigo Campos aus Santiago de Chile. Der hat „Töken“ nämlich erfunden. Bisher ist das Angeberteil aber nur ein Prototyp und noch weit davon entfernt, demnächst im Club oder der Kneipe Deiner Wahl zu stehen.