Nicht superneu, aber noch frisch genug: das Ende 2011 veröffentlichte “Marka” von Dub Phizix, Skeptical und Strategy. Bin jetzt erst auf das Indianervideo gestoßen.
Um hier wieder ein bisschen Schwung reinzukriegen, gibt’s jetzt zunächst mal frisches Futter für unsere Lied der Woche Rubrik. Oben zu sehen und zu hören: “Two Edged Sword” von der gleichnamigen 4-Track-EP von Profit.
Erschienen ist das Ganze übrigens auf dem sympathischen “Have-A-Break”-Label, für das ja auch Kollege Enea bereits den einen oder anderen Tune gemacht hat. Hinter Profit verbirgt sich ein Berliner Produzenten-Duo, das sich unter dem Namen “Dub Tao” in Drum&Bass-Kreisen schon einen guten Namen gemacht hat.
Für ihr neues Projekt schalten die beiden ein paar Gänge zurück und liefern unter anderem diesen hittauglichen Downtempo-Blockbuster aus der großen Schublade des Dubstep ab, der mit Warrior Queen und dem unverwüstlichen Dub-Fossil Lee “Scratch” Perry auch noch richtig prominente Feature-Gäste am Start hat.
Wo warst du eigentlich, als Michael Jackson starb?
Seltsamerweise ist diese Frage nach dem Tod vom Jacko ja zu einem Symbol dafür geworden, wie man heutzutage große Ereignisse aufnimmt und verarbeitet. “Wo warst du, als Michel Jackson starb, wird man noch in zehn Jahren fragen”, waren sich deshalb auch manche Medien sicher. Na, dann schaun mer mal.
Genau heute vor zwanzig Jahren, als Freddie Mercury starb, spielte diese Frage jedenfalls noch überhaupt keine Rolle. Die Welt tickte in dieser Prä-Echtzeit-Ära einfach noch etwas langsamer. Deshalb könnte ich heute auch gar nicht mehr sagen, wo ich denn damals war. Aber ich weiß wohl noch, wo ich es erfahren habe. Nix Twitter, nix Facebook, nix SMS, ganz schnöde per Mundpropaganda auf dem Schulhof, vorm Schwimmunterricht: Ey, Freddie Mercury ist tot. Ach was? Ja! Oh. Zuhause dann das volle Programm auf MTV. Ich glaube, die haben 48 Stunden lang nur Queen-Videos gespielt damals. Heute würden sie wohl nicht mal bei Ausbruch des 3. Weltkrieges ihren Mist unterbrechen. Aber damals war es das Nonstopthema bei Steve Blame und Co. Kurt Cobain mag zwar bekanntermaßen als “der erste MTV-Tote” gelten, aber für mich war es – wenn auch in einem ganz anderen Sinne – eindeutig der Freddie.
Es gab dann ja auch dieses Mega-Tribute-Konzert im Londoner Wembley-Stadion, live übertragen im Radio und TV (ich hab das noch auf Tape irgendwo im Keller!) mit allem, was damals so angesagt war: von Guns’N'Roses über George Michael bis … Oh weh, über diese Keywords freut sich jetzt aber das Google-Ranking dieses Blogs, und zugegeben: Musikalisch gesehen passen Queen mit ihrem bombastisch-schwülstigen Stadionrock ja hier so gut rein wie Schminktipps oder Formel-1-Berichte. Und auch mein persönliches Verhältnis zu Queen war doch eher von neutraler Natur. Ehrlich gesagt bin ich auch noch nie einem richtigen Fan begegnet – außer meinem damaligen Musiklehrer, der es nach den Beatles dann fast noch geschafft hätte, mir auch das Queensche Repertoire durch Dauerbeschallung lebenslang so richtig zu versauen. Aber im Gegensatz zu den Beatles (war ein Geschenk) habe ich keine einzige Queen-Platte im Schrank, fällt mir gerade so auf.
Aber Zeitgeschichte ist eben Zeitgeschichte. Und deshalb als unser Beitrag zum Thema des Tages auch an dieser Stelle: Ruhe in Frieden, Freddie.
Dazu hätte jetzt ja als Lied der Woche ein schöner geschmackvoller Queen-Remix gepasst, aber find’ da mal auf die Schnelle einen. Vielleicht gibt’s davon bald ja ne Menge, denn pünktlich zu Freddies 20. Todestag gibt es einen “Don’t stop me now”-Remixcontest für alle Hobbyproduzenten .
Bis da was Gescheites kommt, gibt’s jetzt eben “Under Pressure”, was man vielleicht als einen meiner Queen-Favoriten bezeichnen könnte, gesungen von Annie Lennox und David Bowie beim oben genannten Tribute-Konzert von 1992:
Unser Lied der Woche stammt diesmal von einem, der vor zwei Jahren binnen kurzer Zeit vom Superhype zum Superloser abgestürzt war. Als Quereinsteiger plötzlich in der Drum&Bass-Szene aufgetaucht, wurde Mistabishi mit viel Tamtam als das nächste große Ding im Stall des Erfolgslabels “Hospital” präsentiert. Seine rührende Geschichte: Ein Ex-Banker, der das Finanzbusiness von einem Tag auf den anderen verlässt, um als Drum&Bass-Produzent die Welt zu erobern. Ob Tatsache oder nicht: Jedenfalls hört man eine solche Story nicht alle Tage, und so waren dem mit Anzug und Krawatte posierenden Mistabishi die Schlagzeilen sicher.
Nachdem er dann mit “Drop” ein eigenwilliges und teilweise ganz interessantes Album herausgebracht hatte, unter anderem mit dem Tintenstrahldrucker-Ohrwurm “Printer Jam”, kam dann aber der jähe Karriereknick: Bei einem seiner DJ-Aufritte flog er damit auf, zu einer vorgemixten CD nur so zu tun, als ob er auflegt. Okay, da wird er vielleicht nicht der einzige einen auf DJ machende Produzent sein, wird jetzt mancher sagen. Aber Mistabishi ließ sich halt peinlicherweise dabei erwischen. Und dementsprechend groß war das Geschrei und Gedisse in der Szene.
Nachdem Mistabishi also sein Fett abgekriegt hatte und es etwas ruhiger um ihn geworden war, veröffentlicht der Londoner nun auf seinem eigenen Label Noh Music neue Stücke, darunter das – zumindest originelle – “Wannabe” samt Videoclip:
Da hat Enea, unser Lieblings-Drum&Bass-Produzent vom Bodensee (und seit geraumer Zeit Wahl-Freiburger) dem Douala einen Track gewidmet, und wir haben ihn hier noch gar nicht vorgestellt. Skandal!
Das holen wir jetzt aber ganz schnell nach. Voilà: “Back from Douala”, Eneas Afterhour-Hymne auf den Ravensburger Club, in dem er gerade erst wieder so richtig gerockt hat, schon vor Wochen erschienen auf dem russischen Digitallabel “Liquid Brilliants” und überall zu kaufen, wo es gute MP3s gibt (zum Beispiel bei Beatport):
Ach ja: Und ganz nebenbei macht Enea jetzt auch noch einen auf Labelboss und hat zusammen mit Kumpel MC Fava die auf Eis liegende Plattenfirma “Beatalistics” übernommen und wiederbelebt. Das gefällt uns!
Unser Lied der Woche kann aus aktuellem Anlass nur dieses sein: “The Revolution will not be televised” – das wohl berühmteste Stück des am Wochenende verstorbenen Gil Scott-Heron. Nachrufe auf den “Godfather of Rap” gibt es unter anderem hier und hier.
Die Musik von Chartstürmerin Adele begegnet einem mittlerweile ja sogar im Supermarktradio (was absolut in Ordnung ist). Von ihren Liedern gabs in den letzten Jahren auch schon den einen oder anderen gelungenen Dance-Remix, darunter High Contrasts bestens bekannte Drum&Bass-Hymne “Hometown Glory“. Vom aktuellen Adele-Album haben sich jüngst SpectraSoul den Nummer-Eins-Hit “Rolling in the Deep” vorgenommen und daraus ein ganz ganz dickes Halfstep-Teil gebastelt, das sie nun – nachdem es bereits seit einiger Zeit im Netz kursierte – zum Gratis-Download frei gegeben haben. Tipp!
Unser Lied der Woche stammt aus dem neuen Album der Beastie Boys. Als eine Art Rolling Stones des Hip Hop waren die drei New Yorker seit den 80ern eigentlich nie so richtig von der Bildfläche verschwunden und haben dabei musikalisch und videotechnisch ( “Sabotage”!) den einen oder anderen Meilenstein gesetzt.
In Würde gealtert sind sie jetzt mal wieder mit frischem Zeug am Start (MCAs schwere Erkrankung hatte die Veröffentlichung der neuen LP zum Glück nur aufgeschoben). Nächste Woche soll “Hot Sauce Committee Part Two” nun in den Läden stehen, zumindest die CD-Version. Vinylfans müssen sich ein paar Wochen länger in Geduld üben.
In die Songs reinhören kann man hier.
“Up All Night” von unserem Robot-Electro-Drumandbass-Producer-80s-Lieblingsboy John B taucht in der Liste der besten Rave-Hits ever sicher ganz weit vorne auf. Es war also längst überfällig, dass die Fidget-Großmeister Jack Beats ein Wobble-Monster aus der Metalheadz-Scheibe basteln. Aber hört selbst:
Neue Woche, neues Glück! Unser Tune der Woche kommt diesmal von Drum&Bass-Legende und Crack-House-Erfinder Zinc. Der Meister der rollenden Beats verwandelt Aloe Blacc’s “I Need A Dollar” in ein Bassmonster par excellence!