Wo warst Du, als Freddie Mercury starb

Michael Jackson visits Freddie Mercury backstage. Los Angeles 1980. (PRNewsFoto/Hollywood Records)
Foto: PRNewsFoto/Hollywood Records

Wo warst du eigentlich, als Michael Jackson starb?

Seltsamerweise ist diese Frage nach dem Tod vom Jacko ja zu einem Symbol dafür geworden, wie man heutzutage große Ereignisse aufnimmt und verarbeitet. „Wo warst du, als Michel Jackson starb, wird man noch in zehn Jahren fragen“, waren sich deshalb auch manche Medien sicher. Na, dann schaun mer mal.
Genau heute vor zwanzig Jahren, als Freddie Mercury starb, spielte diese Frage jedenfalls noch überhaupt keine Rolle. Die Welt tickte in dieser Prä-Echtzeit-Ära einfach noch etwas langsamer. Deshalb könnte ich heute auch gar nicht mehr sagen, wo ich denn damals war. Aber ich weiß wohl noch, wo ich es erfahren habe. Nix Twitter, nix Facebook, nix SMS, ganz schnöde per Mundpropaganda auf dem Schulhof, vorm Schwimmunterricht: Ey, Freddie Mercury ist tot. Ach was? Ja! Oh. Zuhause dann das volle Programm auf MTV. Ich glaube, die haben 48 Stunden lang nur Queen-Videos gespielt damals. Heute würden sie wohl nicht mal bei Ausbruch des 3. Weltkrieges ihren Mist unterbrechen. Aber damals war es das Nonstopthema bei Steve Blame und Co. Kurt Cobain mag zwar bekanntermaßen als „der erste MTV-Tote“ gelten, aber für mich war es – wenn auch in einem ganz anderen Sinne – eindeutig der Freddie.

Es gab dann ja auch dieses Mega-Tribute-Konzert im Londoner Wembley-Stadion, live übertragen im Radio und TV (ich hab das noch auf Tape irgendwo im Keller!) mit allem, was damals so angesagt war: von Guns’N’Roses über George Michael bis … Oh weh, über diese Keywords freut sich jetzt aber das Google-Ranking dieses Blogs, und zugegeben: Musikalisch gesehen passen Queen mit ihrem bombastisch-schwülstigen Stadionrock ja hier so gut rein wie Schminktipps oder Formel-1-Berichte. Und auch mein persönliches Verhältnis zu Queen war doch eher von neutraler Natur. Ehrlich gesagt bin ich auch noch nie einem richtigen Fan begegnet – außer meinem damaligen Musiklehrer, der es nach den Beatles dann fast noch geschafft hätte, mir auch das Queensche Repertoire durch Dauerbeschallung lebenslang so richtig zu versauen. Aber im Gegensatz zu den Beatles (war ein Geschenk) habe ich keine einzige Queen-Platte im Schrank, fällt mir gerade so auf.

Aber Zeitgeschichte ist eben Zeitgeschichte. Und deshalb als unser Beitrag zum Thema des Tages auch an dieser Stelle: Ruhe in Frieden, Freddie.
Dazu hätte jetzt ja als Lied der Woche ein schöner geschmackvoller Queen-Remix gepasst, aber find‘ da mal auf die Schnelle einen. Vielleicht gibt’s davon bald ja ne Menge, denn pünktlich zu Freddies 20. Todestag gibt es einen „Don’t stop me now“-Remixcontest für alle Hobbyproduzenten .
Bis da was Gescheites kommt, gibt’s jetzt eben „Under Pressure“, was man vielleicht als einen meiner Queen-Favoriten bezeichnen könnte, gesungen von Annie Lennox und David Bowie beim oben genannten Tribute-Konzert von 1992:

Zurück aus der Zukunft: Martys Schuh

Die „Zurück in die Zukunft“ Streifen – ganz klar absolute Kinoklassiker und wohl drei der besten Jungsfilme ever. Alles drin, was der männliche Heranwachsende (zumindest damals) cool fand: Gitarrensolo auf Knien, Zeitreisen, Verfolgungsjagden, einen Haufen schulhoftauglichen 80er-Jahre-Humor, nerdige technische Details à la Fluxkompensator oder das Zeit-Paradoxon, einen Sport-Almanach… und, logisch: Hoverboards. Kennt jeder. Nicht? Na über den Boden gleitende Skateboards ohne Rollen eben. Einziger Nachteil: die Dinger funktionieren nicht auf Wasser, wie Marty McFly in Teil zwei der Trilogie erfahren muss.
Überhaupt wird uns in „Back to the Future II“ (1989) die damals scheinbar noch so weit entfernte Zukunft des Jahres 2015 nahe gebracht. Inklusive Hoverboards. Nun ja, das wird wohl zu dem Termin nichts mehr werden, aber zumindest die futuristischen Nike-Stiefel, mit denen der Doc den Marty zeitgemäß ausstattete, gibt es jetzt doch tatsächlich. Geschlagene 22 Jahre hat der US-Turnschuhhersteller gebraucht, um das Teil auf den Markt zu bringen. Seinerzeit hätten sie sich daran wahrscheinlich dumm und dämlich verdient. Heute gibt’s vom streng limitierten „2011 Nike MAG“ nur 1.500 Paare, die auf eBay verkloppt werden. Für einen guten Zweck, nämlich die Michael J. Fox‘ Parkinson-Stiftung. Gerade gingen die Auktionen los, stehen aber alle so bei 5.000 Dollar (allerdings inklusive Versand). Dann warte ich doch lieber aufs Hoverboard und hoffe da wenigstens auf vernünftigere Straßenpreise.

Die Kosten der Nacht


(Grafik: www.zeit.de)

Clubpreise sind ja so eine Sache für sich. Aus Besuchersicht oft zu hoch, doch auch der Veranstalter muss rechnen. Schließlich will der eingeflogene Promi-DJ angemessen entlohnt werden. Komischerweise feilschen die Leute ja eher im unteren Preissegment um jeden Cent, bei wirklich deftigen Partypreisen diskutiert keiner lange rum (nach dem Motto: was nix koscht, isch nix). Und an der Kinokasse habe ich auch noch keinen gesehen, der einen Cliquenrabatt aushandeln wollte oder nach Filmbeginn für umsonst rein will.
Wie auch immer: Das ZEITmagazin hat sich jetzt die Mühe gemacht, Eintritts- und Getränkepreise der beliebtesten Clubs in Deutschland zu „vergleichen“, um so etwa das Schnäppchenjägerparadies Duisburg ausfindig zu machen oder anhand des „Berghain“ zur pauschalen Erkenntnis zu kommen, dass „das Nachtleben in Berlin doch nicht so billig“ sei: „Eher im Gegenteil.“ Nun ja.

Warum uns das Ganze trotzdem eine Notiz wert ist? Das Ravensburger „Douala“ (5 bis 15 Euro laut ZEIT-Recherche) ist ja tatsächlich auch mit drauf auf der Landkarte. Und wäre dem nicht so, stünde der tiefe Südwesten als völlig clubfreie Zone da. Denn einzig München („Harry Klein“)  ist unterhalb Stuttgarts noch vertreten.
Aber eigentlich ist die ZEIT-Idee super, könnte man doch ein tolles Brettspiel à la Deutschlandreise (gibt’s das noch?) daraus machen. Das hätte was. DJ-Quartettkarten gab’s schließlich auch schon mal.

Wahl 2011: Apocalypse now

So. Die Wahl ist gelaufen, und die Plakatwälder lichten sich so langsam wieder. Wechselstimmung auch hier am Bodensee: Konstanz ist endgültig in die Liga der grünen Superhochburgen aufgestiegen, die anderen Wahlkreise rund um den See schicken (auf indirektem Wege) ebenfalls grüne Abgeordnete nach Stuttgart.

Während die einen diese kleine Revolution feiern, lecken die anderen ihre Wunden und machen ihrem Ärger über das Wahlvolk, das uns das alles eingebrockt hat, Luft. Und das natürlich in eiligst gegründeten Gruppen bei Facebook und Co., wie sich das heutzutage eben gehört. Wenn man diesen Leuten Glauben schenken darf, ist der Untergang des Abendlandes nahe und unser schönes Musterländle bald total kaputt gemacht durch solch total durchgeknallte Anarchisten wie dem designierten neuen Landesvater, dem bäumeschneidenden Hobbygärtner Kretschmann.

Bin ja mal gespannt, was diese aufgebrachten Online-Wutbürger dann in zwei Jahren abziehen, wenn Daimler und Porsche tatsächlich nur noch Tretautos herstellen, der Liter Benzin zwanzig Euro kostet, kein Strom mehr aus der Steckdose kommt, Baden-Württemberg zum Armenhaus der Republik geworden ist und der Islam uns alle überrollt hat. Das zumindest sind die Horrorszenarien, mit denen der aufgebrachte Mappusmob auf Facebook wild um sich postet.

Wer solche Freunde nicht hat, kann trotzdem mitlesen: Archiviert wird das ganze Zeug nämlich auf Blogs wie bwuntergang.tumblr.com. Zum Glück für die Betroffenen und alle Zeitzeugen mit Hang zum Fremdschämen anonymisiert. Realsatire pur, wirklich.

„Fahren wir übers Paradies“

Köln, Münster, Stuttgart – Wer hat den besten Tatort? Das Medienportal MEEDIA hat diese Woche wieder ein aktualisiertes Ranking der (nach durchschnittlichen Einschaltquoten) beliebtesten TV-Kommissare veröffentlicht. Und siehe da: Der Bodensee-Tatort aus Konstanz mit dem Ermittlerpärchen Blum/Perlmann rückt im Vergleich zum Januar um vier Plätze nach vorn und belegt jetzt Rang sechs – tatsächlich noch vor den Münchner Routiniers Leitmeyr/Batic und dem Ludwigshafener Duo Odenthal/Kopper.

Über die Gründe dieses Höhenflugs kann man nur spekulieren. An den bis auf ein paar Ausnahmen ziemlich mäßigen Drehbüchern und den teilweise doch hanebüchenen Storys kann’s wohl kaum liegen. Eher vielleicht am Neugierde-Faktor, ein wenig Lokalkolorit zu erhaschen. Und sei es nur bei einer der unzähligen Bootsfahrten, verbalen Geistesblitzen wie „Komm, wir fahren übers Paradies, dann sind wir schneller“ oder den in letzter Zeit ziemlich abstrusen und gänzlich unrealistischen Katz-und-Maus-Jagden durchs schöne Bodensee-Hinterland. Oder bringt doch Eva Mattes‘ Fassbinder-Vergangenheit noch ein paar Punkte?

Wie dem auch sei: Gucken heißt ja nicht gleichzeitig auch Gutfinden. Ihren nächsten TV-Einsatz haben die Konstanzer Gesetzeshüter jedenfalls am 27. März 2011. Auf ein Neues.

P.S.: Und der folgende, gerade erst abgedrehte Jubiläums-Tatort vom See (Nummer 20) wird übrigens vom Ravensburger Regisseur Jürgen Bretzinger inszeniert.

„Studieren, wo andere Urlaub machen“

Sieht wirklich mehr aus wie ein Werbeprospekt von Tourismusstrategen als ein Erstiinfo der alten (Schwarzweiß-)Schule im AStA-Style aus dem Copy-Shop – und so was Ähnliches soll er ja auch sein:  der kürzlich erschienene „City-Guide für den Studienstart“ namens „Das ist Konstanz“.

Die Image-Broschüre ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts der Konstanzer Hochschulen, also Uni und HTWG – umgesetzt „im Rahmen ihres Studierendenmarketing“, wie es auf der Uni-Webseite heißt.
Potenzielle Studienanfänger und sonstige Neuankömmlinge können sich hier also die ganz unakademischen Vorzüge der „Stadt zum See“ näher bringen lassen, zumal diese ja derzeit mit ihrer Asbest-Bib nicht so punkten kann…


Schnappschuss: Sauhund

In Hundekacke treten ist ja sowas wie der Taubenschiss auf den Kopf 2.0. Und statistisch gesehen weitaus wahrscheinlicher. Das Zeug jedoch auf dem eigenen heiligen Rasen vorzufinden, kann durchaus Kriege auslösen. Dieser völlig zu Recht erboste Gartenbesitzer aber greift – absolut gewaltfrei – zu erzieherischen Mitteln, die ein gewisses Maß an Originalität nicht vermissen lassen.

My Home is my Plattenschrank

Eine meiner Lieblingsrubriken im altehrwürdigen Groove Magazin ist das „Musikzimmer“: Ein Fotograf ist zu Gast bei mehr oder weniger recht bekannten DJs (die meist in superhohen, superaltbaumäßigen, supergroßstädtischen Wohnungen in London, Berlin oder Paris zuhause sind und dort selbstredend einen Haufen Platten, CDs und anderen Musikkram unterzubringen haben) und porträtiert den Platz, an dem Musik gemacht, gehört und archiviert wird.
Von schnieken Designerwohnungen über die klassische Studentenbude mit Fahrradparkplatz in der Wohnung und DJ-Setup Marke Eigenbau bis hin zum sympathisch-chaotischen Musiker-Saustall ist alles mit dabei. Gemeinsam haben viele meist nur das eine: das Expedit von Ikea, das Standardmöbel unter den Tonträgerregalen.
Ein Trend macht sich in Zeiten digitaler Revolution aber auch in den Musikzimmer-Fotoserien bemerkbar: es gibt immer  weniger Platten (nach dem Motto: „Die Sammlung steht im Keller des Elternhauses“) und immer mehr Macs zu sehen.

Eine schöne Galerie derartiger Bilder gibt es übrigens auf einer Musikzimmer-Facebook-Seite.
Edit: Leider wurden offenbar einige Promi-Buden von der Seite wieder entfernt. Egal, ein Blick in die Galerien lohnt sich trotzdem.

Und Dein Zimmer?
Nun interessiert uns natürlich brennend: Wie sieht es bei Euch zuhause aus, liebe Wohnzimmer-DJs, Bedroom-Produzenten und Musikfreaks. Schickt uns eure Bilder und ein paar Zeilen dazu, aber bitte vorher ein bisschen aufräumen: