Frühlingsbeats aus dem Basswerk

Neues von Enea, dem umtriebigen Drum&Bass-Produzenten und -DJ vom Bodensee. Einst Frontmann des Liveprojektes „Astral Travelling“ ist er heute als Plattenaufleger erfolgreich von Disko zu Disko unterwegs zwischen Konstanz, Schwarzwald und Sardinien. Im Gepäck hat er auch seine eigenen Vinylscheiben, die er unter anderem bei seinem Stammlabel Have A Break veröffentlicht.
Einmal mehr ist der Wahl-Freiburger nun auf dem Digital-Ableger des Kölner Basswerk-Labels („Basswerk Files“) mit ein paar Tracks vertreten. So teilt er sich die dritte Auflage der „Liquid Jazz“-Serie mit dem australischen Act ATP und läutet mit seinen smoothen Rollern standesgemäß den Frühling 2011 ein. Reinhören und kaufen kann man bei Beatport.

King of the Beats

Tausendfach gesampelt und trotzdem ewig jung geblieben: Vor 42 Jahren versteckten die Winstons den besten Beat der Welt auf einer B-Seite – den „Amen“.

Bei der Frage „Welchen Beat würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?“ läuft wohl alles auf einen Zweikampf zwischen dem Apache-Break der Incredible Bongo Band und dem Breakbeat-Sample aus dem obigen Stück „Amen, Brother“ der Winstons (ab Minute 1:26) hinaus. Während der Apache sich als genreübergreifende Allzweckwaffe für ein knackiges Beatgerüst unsterblich gemacht und unzähligen Hip-Hop-Tracks bis heute den nötigen Groove gegeben  hat, war der Amen musikhistorisch gesehen wohl der noch größere Geniestreich der beiden. Schließlich gäbe es ohne diese vier Takte aus einer einst völlig unbeachteten 1969er B-Seiten-Nummer keinen Jungle und keinen Drum&Bass, wie wir ihn kennen.
Denn im Grunde sollte jener Rhythmus gut zwei Jahrzehnte nach seiner Aufnahme zur Blaupause für eine ganze Generation von Breakbeat-Tracks werden. Winstons-Drummer Gregory Coleman, der dieses fette Beatmonster ganz alleine aus dem Ärmel geschüttelt hat, hatte damals natürlich noch keinen Schimmer, was der unglaublich kraftvolle Groove seines kurzen Schlagzeugsolos einmal anrichten würde.

In einer gerechten Welt hätte Gregory Coleman ein Denkmal, einen Haufen Kohle oder zumindest einen dieser schmierigen Lifetime-Awards für „Amen, Brother“ bekommen müssen. Aber – das ist die Tragik der Geschichte – nichts von alledem wurde dem guten Mann zuteil. Ein armer Schlucker sei er gewesen, heißt es, als er vor fünf Jahren das Zeitliche gesegnet hat. Vom späten Ruhm seines Handwerks hat er wie seine Kollegen rein materiell nicht profitiert – ein Eintrag in den Geschichtsbüchern ist im gleichwohl gewiss.

Wer mehr darüber wissen will: Eine ganz interessante Hintergrundgeschichte über den King of the Beats, „diese sechs Sekunden purer Rhythmus“, hat gerade Spiegel Online („Vier Takte für die Ewigkeit“) ins Netz gestellt und dessen ungebrochene Faszination dabei korrekt auf den Punkt gebracht:

„Kein Basslauf, keine Percussion, nichts stört, vier Takte purer Groove. Seine ganze Magie entfaltet der „Amen Break“ aber erst, wenn man ihn in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abspielt. Verlangsamt wird der Beat zu einem Kopfnicker – unglaublich massiv und druckvoll. Beschleunigt man die vier Takte, entwickeln sie plötzlich eine schwingende Leichtigkeit, die in die Beine geht. Und dann ist da noch dieser verflixte vierte Takt: Dieses Stolpern, diese gewollte Verzögerung, das Warten der Bass Drum, das mit einem scheppernden Schlag auf das Becken gekrönt wird – es ist eine Konstruktion, in der man sich verlieren kann.“

amen brother

Tropical Bass, Soulfire und 45 Disco

Das Wochenende steht vor der Tür, und wir haben uns ein paar Flyer rausgefischt: Tropical Bass, Soulfire und 45 Disco – die Ausgehtipps von bodenseebass.com:

Los geht’s in Konstanz: Der dortige Lokalheld, Datababes-Veteran und neuerdings auch „Beat it!“ Resident im Douala (jajaja!) KRM lädt am Samstag, 29.1.2011 zu seiner feinen Clubreihe „Chronique Fatigue“ in die Konstanzer Neuwerk-Kantine. Dort heißt es Abschwoofen zu Future Disco und Tropical Bass mit den für Musik und Visuelles zuständigen Experten killerPOKE, VDV, Larry D!rt, F/X und natürlich KRM. Empfehlenswerte Party sowieso – und, hey, was für ein Flyer, meine Herrschaften!

Und im Douala? Da macht mal wieder Stingrays „45 Disco“ Station, der Ravensburger Party-Dauerbrenner mit amtlicher jamaikanischer Volksmusik und FX Farmer, Juwee und Bobby K auf dem zweiten Floor:

Für Auswärtsfahrer und alle Ulmer lohnt sich schließlich ebenfalls am Samstag der Besuch im netten Chateau Knarz zur 53. Ausgabe der „Soulfire Session“, bei der nämlich unser Mann Double-L ein Gastspiel bestreiten und zusammen mit den Residents Riddler, Narco:Tixx und Shifty Mc am Start sein wird:

8.1.2011: „Beat it!“ im Douala mit KRM

Nachdem Schowi bei der letzten „Beat it!“ ein oberfettes Sechsstunden-Set abgefeuert und dabei das Douala amtlich gerockt hat, startet die Ravensburger Partyreihe am Samstag, 8. Januar 2011, mit guten Vorsätzen, viel Bass und tonnenweise frischem Sound ins Neue Jahr: Ring frei für DJ KRM.

Wildstyle mit KRM
Wer sonst verdient das Prädikat „Wildstyle“, wenn nicht DJ KRM mit seinem Mix aus Jump Up Electro, Future Disco, Tropical House, Dubstep und Hip Hop!? Kein Wunder, dass der Konstanzer Ausnahme-Selector seit langem Resident im legendären Stuttgarter Club „Rocker 33“ – jüngst bei Jahrespolls von Fachblättern wie der „De:Bug“ zu den besten Clubs in Deutschland gewählt – und bei der eigenen Partyreihe „Chronique Fatigue“ ist. Seine Skillz an den Plattentellern und ein feines Händchen für die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt bescherten DJ KRM bereits internationale Festival-Auftritte auf dem Serbischen EXIT und Gigs mit Turntablerocker, Peaches, der halben Ed Banger Garde, Lexy & K.Paul oder Das Bo.

Zweiter Floor: Kingzblend
Zusammen mit DJ KRM wird „Beat it!“ Resident Double-L auf dem Mainfloor die Plattenteller drehen. Und auf dem zweiten Floor gibts allerfeinsten Reggae & Dancehall von Kingzblend auf die Ohren.

Freikartenverlosung
Für „Beat it!“ mit KRM werden im Douala-Forum wieder vier Plätze auf der Gästeliste verlost: Hier entlang bitte.