Am Wochenende geht’s rund in der Konstanzer Neuwerk-Kantine: Am Samstag servieren zunächst der aus der Hauptstadt an seine alte Wirkungsstätte anreisende Valerian (Datababes, Basslastic) und Captain Koma (ebenfalls Berlin) “erotische Schnapsmusik”. Prost!
Und einen Tag später – am 23. Oktober 2011 – gibts an derselben Stelle ein Konzert von Console:
So, die Reggae-Karten im Douala werden neu gemischt. Platzhirsch Stingray, seit Ewigkeiten mit seiner 45 Disco im Ravensburger Club beheimatet, macht jetzt gemeinsame Sache mit den Jungs der Keep it Real Crew, bekannt unter anderem durch ihre gleichnamigen Jams. Das neue Partybaby heißt “New Chapter” und startet dieses Wochenende mit Stargast Nosliw.
Da hat Enea, unser Lieblings-Drum&Bass-Produzent vom Bodensee (und seit geraumer Zeit Wahl-Freiburger) dem Douala einen Track gewidmet, und wir haben ihn hier noch gar nicht vorgestellt. Skandal!
Das holen wir jetzt aber ganz schnell nach. Voilà: “Back from Douala”, Eneas Afterhour-Hymne auf den Ravensburger Club, in dem er gerade erst wieder so richtig gerockt hat, schon vor Wochen erschienen auf dem russischen Digitallabel “Liquid Brilliants” und überall zu kaufen, wo es gute MP3s gibt (zum Beispiel bei Beatport):
Ach ja: Und ganz nebenbei macht Enea jetzt auch noch einen auf Labelboss und hat zusammen mit Kumpel MC Fava die auf Eis liegende Plattenfirma “Beatalistics” übernommen und wiederbelebt. Das gefällt uns!
“Reclaim the Beats!” ist wieder da! Ein Jahr nach seinem Abschied kehrt der Partyklassiker zurück ins Douala. Aber nur für eine Nacht. Und nur so zum Spaß. Ein Abend voller Drum&Bass-Musik, mit alten Hits und neuem Zeug. Mit echten Rewinds vielleicht. Zwar ohne MC (der hatte keine Zeit), aber dafür mit einem alten Freund des Hauses: dem Exil-Bodenseeler Enea, der gerade erst mit der Veröffentlichung “Back from Douala” seinem Lieblingsclub eine Hommage gewidmet hat. Und natürlich mit dem langjährigen “Reclaim the Beats!”-Stammpersonal Double-L und Mellokat.
Hinten? Reggae, wie immer. Mit der geschmeidigen Suzzlic Stereo Boygroup.
Ach, wir freuen uns!
Wenn ich mich recht erinnere, waren Spax, die Stieber Twins (oder war’s doch Blumentopf? Keine Ahnung, muss mal die alten Flyer rauskramen) und das legendäre KX Noizsystem anno 1998 die letzten Acts auf der Bühne des Umsonst und Draußen Festivals in Weingarten (und ein Drum&Bass-Zelt gab’s damals auch).
Diese also seit unglaublichen 13 Jahren pausierende Veranstaltung kommt jetzt am Wochenende endlich zurück ins beschaulich-idyllische Nessenreben. Mit einem musikalisch recht bunten Programm: Am Samstag eher rockiger, am Freitag eher Reggae- und Hip-Hop-lastiger. Schöne Sache, das. Und natürlich ein ideales Open-Air-Warm-up für das da.
Alte Schule versus Neue Schule: In der Konstanzer Kantine kommt es am Freitag zum großen Schlagabtausch der Hip-Hop-Partyklassiker, wenn die Routiniers KRM und Sir Jai ihre alten Schinken auspacken. Wir zitieren:
Wer den guten alten Hip Hop aus seiner Blütezeit, Mitte der Neunziger Jahre, vermisst und liebt, kommt an diesem Abend auf jeden Fall auf seine Kosten.
Der Local Hero Dj Sir Jai und der Technic-Meister KRM graben längst vergessene Perlen und Classics aus der Plattenkiste aus, die das Millennium noch nicht überschritten haben. Künstler, die nie ein Verfallsdatum aufweisen werden, wie Gang Starr, LL Cool J , Das Efx oder der Wu-Tang Clan landen endlich mal wieder auf den Clubtellern.
Die “Zurück in die Zukunft” Streifen – ganz klar absolute Kinoklassiker und wohl drei der besten Jungsfilme ever. Alles drin, was der männliche Heranwachsende (zumindest damals) cool fand: Gitarrensolo auf Knien, Zeitreisen, Verfolgungsjagden, einen Haufen schulhoftauglichen 80er-Jahre-Humor, nerdige technische Details à la Fluxkompensator oder das Zeit-Paradoxon, einen Sport-Almanach… und, logisch: Hoverboards. Kennt jeder. Nicht? Na über den Boden gleitende Skateboards ohne Rollen eben. Einziger Nachteil: die Dinger funktionieren nicht auf Wasser, wie Marty McFly in Teil zwei der Trilogie erfahren muss.
Überhaupt wird uns in “Back to the Future II” (1989) die damals scheinbar noch so weit entfernte Zukunft des Jahres 2015 nahe gebracht. Inklusive Hoverboards. Nun ja, das wird wohl zu dem Termin nichts mehr werden, aber zumindest die futuristischen Nike-Stiefel, mit denen der Doc den Marty zeitgemäß ausstattete, gibt es jetzt doch tatsächlich. Geschlagene 22 Jahre hat der US-Turnschuhhersteller gebraucht, um das Teil auf den Markt zu bringen. Seinerzeit hätten sie sich daran wahrscheinlich dumm und dämlich verdient. Heute gibt’s vom streng limitierten “2011 Nike MAG” nur 1.500 Paare, die auf eBay verkloppt werden. Für einen guten Zweck, nämlich die Michael J. Fox’ Parkinson-Stiftung. Gerade gingen die Auktionen los, stehen aber alle so bei 5.000 Dollar (allerdings inklusive Versand). Dann warte ich doch lieber aufs Hoverboard und hoffe da wenigstens auf vernünftigere Straßenpreise.
Spät, aber heiß kam er dann ja doch noch, der Sommer 2011. Und wenn der Bodensee jetzt kurz davor steht, die 25-Grad-Marke zu knacken und sowieso die Soße nur so runter läuft, muss der Sound stimmen, ganz klar. Eines der Superwetter-Tapes schlechthin ist da immer noch der “Summertime”-Mix von Jazzy Jeff und Mick Boogie aus dem letzten Jahr. Auch wenn’s mittlerweile eigentlich schon Part zwei davon gibt (dessen Tracklist sich ebenso fein liest) reicht so ein kurzer mitteleuropäischer Sommer alleine gar nicht aus, um sich am ersten Teil satt zu hören. Eine Sommerhitparade von vorne bis hinten: Kool & The Gang, Quincy Jones, Jay-Z, Ice Cube und – gut versteckt mittendrin – natürlich auch Jazzys “Summertime” mit dem Fresh Prince. Klasse Video übrigens damals, in dem die Jungs so cool cocktailschlürfend an der ganzen Welt vorbei chillen:
Tropische Hausmusik und Zukunftsdisko gibt’s morgen pünktlich zum Ende des Hochsommers in der Konstanzer Neuwerkkantine bei “Chronique fatigue”. Wie immer wird das toll werden. Zumal auch noch mit Double-L einer unserer Lieblingsdeejays extra übern See geschippert kommt:
Mal wieder zur Abwechslung ein paar Partytipps an dieser Stelle für die nächsten Tage: Noch am heutigen Vorfeiertagsmittwoch gastiert Jubei (Metalheadz) in der Konstanzer Neuwerkkantine:
An derselben Stelle brennt am Samstag die Hütte bei der nächsten Auflage von Chronique Fatigue. Wie immer: super DJs, super Visuals, super Flyer:
Einen Tag zuvor kann man sich – ebenfalls in Konstanz – die Ragga- und Jungle-Ikone General Levy reinziehen. Im K9. Wicked, wicked, incredible und so, und laut Veranstaltertext – ja, das steht da wirklich! – “bekannt aus dem Film ‘Ali G in da House’”…